

Priv.-Doz. Dr. med. Anne Limbourg
Fachärztin für Plastische & Ästhetische Chirurgie
Komplikationen nach einer Bruststraffung sind selten – aber nicht ausschließbar. Wundheilungsstörungen, Asymmetrien und Narbenprobleme haben spezifische Ursachen und lassen sich in den meisten Fällen behandeln oder korrigieren. Wer die Zusammenhänge kennt, kann sie besser einordnen – und bei Bedarf gezielt handeln.
Eine Bruststraffung ist ein komplexer operativer Eingriff, der Haut, Drüsengewebe und Gefäßstrukturen gleichzeitig betrifft. Selbst bei optimaler Planung und sorgfältiger Ausführung kann der individuelle Heilungsverlauf von Erwartungen abweichen. Das ist keine Ausnahme, sondern eine medizinische Realität, über die offen gesprochen werden sollte – bevor eine Entscheidung fällt, und erst recht, wenn nach einer Operation etwas nicht stimmt.
Priv.-Doz. Dr. med. Anne Limbourg, habilitierte Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Hannover und Focus TOP Medizinerin 2026, gibt in diesem Artikel einen strukturierten Überblick über die häufigsten Komplikationen, ihre Entstehung und die Möglichkeiten, ihnen zu begegnen.
Die Mastopexie gehört zu den technisch anspruchsvollsten Eingriffen der Brustchirurgie. Sie erfordert präzise Gewebeplanung, ein durchdachtes Narbenkonzept und eine auf die individuelle Anatomie abgestimmte Stielführung. Operative Faktoren, die das Komplikationsrisiko beeinflussen, umfassen:
Operative Sorgfalt allein genügt nicht, wenn patientenseitige Faktoren die Heilung belasten. Zu den relevantesten zählen:
Die präoperative Anamnese ist deshalb kein Formalakt – sie ist die Grundlage jeder seriösen Risikoeinschätzung.
Die häufigste lokale Komplikation nach einer Mastopexie ist die Wundrandheilungsstörung – ein partielles Auseinanderweichen der Naht (Dehiszenz) oder ein oberflächliches Absterben der Wundränder (Wundrandnekrose). Sie tritt typischerweise am T-förmigen Nahtkreuzungspunkt auf, der bei der Inverted-T-Technik die mechanisch höchste Spannung trägt.
Ursächlich ist meist eine Kombination aus:
Kleine Dehiszenzen heilen in der Regel unter konservativer Wundpflege spontan aus. Bei ausgedehnteren Störungen ist ein gesteuertes Wundmanagement notwendig – in seltenen Fällen ein operatives Débridement. Die entstehende Narbe ist breiter als geplant, aber in den meisten Fällen später korrigierbar.
Ein Serom ist eine Flüssigkeitsansammlung im Operationsgebiet, die entsteht, wenn Lymphflüssigkeit oder Wundsekret nicht vollständig resorbiert wird. Es zeigt sich als weiche, fluktulerende Schwellung unter der Haut, typischerweise in den ersten zwei bis vier Wochen nach dem Eingriff.
Kleine Serome werden beobachtet und resorbieren sich häufig selbstständig. Größere Serome werden per Punktion entlastet – ein ambulanter Eingriff. Ein unbehandeltes Serom kann zu Kapselfibrose-ähnlichem Narbengewebe führen oder die Wundheilung verzögern.
Hämatome entstehen durch Nachblutungen im Operationsgebiet. Sie sind seltener als Serome, aber potenziell ernstzunehmender, da Druck auf das umliegende Gewebe die Durchblutung beeinträchtigen kann. Ein klinisch relevantes Hämatom erfordert in der Regel eine operative Ausräumung.
Wundinfektionen nach Mastopexien sind insgesamt selten, treten aber häufiger bei Patientinnen mit reduzierter Immunabwehr, Diabetes oder ausgedehnten Wundflächen auf. Klinische Zeichen sind Rötung, Überwärmung, Schwellung und Schmerzzunahme – gegebenenfalls begleitet von Fieber.
Die Behandlung erfolgt je nach Schweregrad mit topischen oder systemischen Antibiotika; in Ausnahmefällen ist eine chirurgische Wundrevision erforderlich.
Eine verzögerte Epithelisierung – das langsame Schließen offener Wundflächen – ist keine Infektion, sondern ein gestörter biologischer Heilungsprozess. Sie tritt häufiger bei Raucherinnen, adipösen Patientinnen und bei erhöhter Nahtspannung auf. Moderne feuchte Wundversorgung und, in ausgewählten Fällen, Vakuumtherapie können den Prozess beschleunigen.

Eine primäre Asymmetrie besteht unmittelbar nach der Operation und ist häufig auf eine präoperativ vorhandene, aber unzureichend berücksichtigte Ungleichheit der Brüste zurückzuführen – etwa unterschiedliche Brustgröße, unterschiedlicher Ptosegrad oder eine vorbestehende Rippenasymmetrie. Sie lässt sich durch sorgfältige präoperative Planung minimieren, aber nicht immer vollständig neutralisieren.
Eine sekundäre Asymmetrie entwickelt sich erst im Heilungsverlauf. Ursachen sind:
Eine erste Beurteilung, ob eine Asymmetrie behandlungsbedürftig ist, sollte nicht vor Abschluss des Heilungsprozesses erfolgen. Dieser dauert bei der Mastopexie in der Regel sechs bis zwölf Monate – Schwellung, Narbenreifung und Gewebeumlagerung können das Erscheinungsbild in dieser Zeit noch erheblich verändern.
Eine Korrektur ist indiziert, wenn nach vollständig abgeschlossenem Heilungsverlauf (mindestens zwölf Monate) eine klinisch relevante und stabile Asymmetrie besteht, die die Patientin belastet. Entscheidend ist die Differenzierung:
Die Antwort bestimmt, welche operative Strategie geeignet ist – und ob ein Eingriff an einer oder an beiden Seiten sinnvoller ist.

Narben nach Bruststraffungen verlaufen über mechanisch belastete Areale – besonders die infra-mamillare Narbe (entlang der Unterbrustfalte) und die vertikale Narbe unterhalb der Brustwarze sind dauerhafter Zug- und Druckbelastung ausgesetzt. Das erklärt, warum Mastopexie-Narben häufiger zu Hypertrophie neigen als Narben in weniger bewegungsintensiven Regionen.
Eine hypertrophe Narbe ist erhaben, gerötet und verhärtet – sie übersteigt die ursprüngliche Wundlinie nicht, sondern hebt sich innerhalb dieser ab. Ein Keloid hingegen wächst über die Wundränder hinaus und ist genetisch disponiert; es tritt überproportional häufig bei Menschen mit dunklerem Hauttyp auf.
Beide Formen entstehen durch eine überschießende Kollagenproduktion während der Narbenreifungsphase. Der Prozess ist nicht vollständig vorhersagbar – aber durch frühe Intervention beeinflussbar.
Konservative Maßnahmen in den ersten Monaten nach der Operation:
Interventionelle und operative Optionen bei persistierenden Narben:
Eine Revisionsoperation nach Mastopexie ist kein Standardeingriff – jede Revision ist individuell, weil sie auf einem bereits operierten Gewebe aufbaut. Folgende Fragen müssen vor jeder Revisionsplanung beantwortet sein:
Ohne klare Antworten auf diese Fragen ist eine Revisionsplanung nicht seriös möglich. In der Praxis Dr. Limbourg wird die Voroperation deshalb systematisch anamnestisch und klinisch erfasst – gegebenenfalls ergänzt durch Bildgebung.
Je nach Befund stehen unterschiedliche operative Optionen zur Verfügung:
Bei Asymmetrie der Position (MAK zu tief, Höhenunterschied): Korrektur durch gezielte Hautresektion oder Nachstraffung der betroffenen Seite; periareolläre Technik bei kleinen Korrekturen gut geeignet
Bei Volumendifferenz: Eigenfett-Transfer zur Augmentation der kleineren Seite; oder Anpassung des Drüsengewebes durch Umstrukturierung
Bei Formkorrektur (zu flache Projektion, unrunde Kontur): Interne Nahtplastik zur Formgebung des Drüsenkörpers; gegebenenfalls Ergänzung durch Eigenfett
Bei Narbenproblematik: Narbenexzision mit spannungsfreier Neunaht; Technikwechsel (z. B. Umstellung von Inverted-T auf vertikale Narbe) wenn statisch sinnvoll
Bei Kombination mehrerer Probleme: Stufenweise Korrektur ist oft sicherer als ein einzelner umfassender Revisionseingriff – besonders wenn Durchblutungsreserven durch Narbengewebe bereits eingeschränkt sind.
Der häufigste Fehler bei Revisionswünschen ist das zu frühe Handeln. Geduld ist medizinisch begründet:
Diese Empfehlung gilt für elektive Revisionen. Komplikationen wie persistierende Wundheilungsstörungen oder klinisch relevante Serome erfordern eine frühere, situationsangepasste Reaktion.
Wie häufig sind Komplikationen nach einer Bruststraffung wirklich?
Schwere Komplikationen wie vollständige Gewebsnekrose oder ausgeprägte Infektionen sind bei erfahrenen Operateurinnen selten. Leichtere Heilungsverzögerungen, kleine Wundranddehiszenzen oder vorübergehende Asymmetrien durch Schwellung kommen häufiger vor und sind in der Regel gut behandelbar. Eine realistische Einschätzung Ihrer individuellen Risikokonstellation erhalten Sie im Aufklärungsgespräch.
Ich habe nach meiner Bruststraffung eine Seite, die höher sitzt als die andere. Was kann ich tun?
Warten Sie zunächst ab, bis der Heilungsprozess abgeschlossen ist – das dauert bis zu zwölf Monate. Viele Asymmetrien korrigieren sich durch Schwellungsrückgang und Narbenreifung von selbst. Wenn nach diesem Zeitraum eine stabile, störende Differenz besteht, ist eine fachärztliche Beurteilung sinnvoll, um die geeignete Korrekturstrategie zu besprechen.
Meine Narben nach der Bruststraffung sind hart und wulstig. Ist das normal?
Hypertrophe Narben in den ersten sechs Monaten sind nicht ungewöhnlich – das Gewebe befindet sich noch im aktiven Remodelling. Silikonpräparate, Massage und Lichtschutz können diesen Prozess positiv beeinflussen. Wenn die Narben nach zwölf Monaten noch immer erhaben und störend sind, stehen interventionelle Optionen wie Kortikosteroid-Injektionen oder Laserbehandlung zur Verfügung.
Kann eine Revision nach einer Bruststraffung gefährlicher sein als die Erstoperation?
In erfahrenen Händen ist eine sorgfältig geplante Revision sicher – aber anspruchsvoller als ein Ersteingriff. Narbengewebe verändert die Gewebearchitektur und die Gefäßversorgung. Deshalb ist eine gründliche Voruntersuchung und eine klare Indikationsstellung Voraussetzung. Frührevisionen unter Zeitdruck ohne abgeschlossene Narbenreifung sind grundsätzlich zu vermeiden.
Ist die Bruststraffung bei Dr. Limbourg auch bei Revisionspatientinnen möglich?
Ja. Die Beurteilung und operative Versorgung von Patientinnen nach unbefriedigenden Vorergebnissen ist ein fester Bestandteil unserer Arbeit. Wir nehmen uns für diese Gespräche bewusst mehr Zeit – denn wer bereits eine schwierige Erfahrung gemacht hat, verdient eine besonders sorgfältige, ehrliche Einschätzung ohne Druck.
Komplikationen nach einer Bruststraffung sind kein Zeichen von Versagen – sie sind medizinische Ereignisse, die spezifische Ursachen haben und in den meisten Fällen behandelbar sind. Wundheilungsstörungen, Asymmetrien und Narbenprobleme folgen biologischen Gesetzmäßigkeiten, die verstanden, erkannt und adressiert werden können.
Der wichtigste Schritt: eine Ärztin, die klar kommuniziert, was zu erwarten ist – und die bei Problemen nicht ausweicht, sondern handelt. Genau das ist unser Anspruch.
Ob Veränderung, Korrektur oder Neuanfang – wir nehmen uns Zeit für Sie. In einem persönlichen Gespräch klären wir gemeinsam, was möglich ist und was wirklich zu Ihnen passt. Einfühlsam, ehrlich und auf Augenhöhe. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin in unserer Praxis in Hannover.