13.07.2026


Priv.-Doz. Dr. med. Anne Limbourg
Fachärztin für Plastische & Ästhetische Chirurgie
Wer sich für eine Brustvergrößerung mit Implantat entscheidet, steht früher oder später vor einer zentralen Frage: Wo wird das Implantat eigentlich platziert? Die Antwort darauf entscheidet maßgeblich darüber, wie natürlich das Ergebnis aussieht, wie sich die Brust anfühlt, wie sie sich bei Bewegung verhält – und wie sie sich über Jahre entwickelt. Wir klären in diesem Beitrag die drei zentralen Positionierungsebenen, ihre Vor- und Nachteile sowie die Faktoren, die im individuellen Fall den Ausschlag geben.
Zwischen Haut und Brustkorb liegen mehrere Gewebeschichten – und je nachdem, in welche dieser Schichten das Implantat eingesetzt wird, entstehen unterschiedliche Ergebnisse. In der modernen Brustchirurgie werden drei Hauptpositionen unterschieden.
Bei der subglandulären Positionierung liegt das Implantat direkt unter dem Brustdrüsengewebe, aber über dem großen Brustmuskel (Musculus pectoralis major). Diese Technik ist chirurgisch unkomplizierter, die Erholungszeit ist meist kürzer, und das Implantat folgt den Bewegungen der Brust auf natürliche Weise.
Voraussetzung ist allerdings ein ausreichend ausgeprägtes Eigengewebe – sprich, genug Drüsen- und Fettgewebe, das das Implantat im oberen Bereich der Brust kaschiert. Bei sehr schlanken Patientinnen mit wenig Eigengewebe kann der Implantatrand sichtbar oder tastbar werden – ein Phänomen, das als Rippling bezeichnet wird.
Bei der submuskulären (oder subpektoralen) Positionierung wird das Implantat vollständig unter dem großen Brustmuskel platziert. Diese Technik wurde lange als Goldstandard angesehen, insbesondere für sehr schlanke Patientinnen, weil der Muskel eine zusätzliche Polsterung über dem Implantat bildet und Konturen weicher erscheinen lässt.
Der Preis dafür: Die Operation ist invasiver, die Erholungszeit länger, und es kann zur sogenannten Animation Deformity kommen – einer sichtbaren Verformung der Brust bei Anspannung des Brustmuskels, etwa beim Sport. Für sportlich aktive Patientinnen ist das ein relevanter Punkt.
Die Dual-Plane-Technik, entwickelt vom amerikanischen Plastischen Chirurgen John Tebbetts, ist heute in vielen Fällen die Methode der Wahl. Das Implantat liegt im oberen Bereich unter dem Brustmuskel, im unteren Bereich aber direkt unter der Drüse. Möglich wird das, indem der untere Ansatz des Brustmuskels gezielt gelöst wird.
Das Ergebnis: Im oberen Brustbereich entsteht ein weicher, natürlicher Übergang dank der Muskelabdeckung. Im unteren Bereich folgt das Implantat dem Drüsengewebe – das sorgt für eine harmonische Form und reduziert das Risiko der Animation Deformity deutlich. Diese Variabilität macht den Dual-Plane-Ansatz so flexibel.

Drei Aspekte stehen bei der Implantatlage im Fokus: Natürlichkeit, Tastgefühl und das Verhalten bei Bewegung.
Es gibt keine pauschale „beste“ Position – die Entscheidung ist immer das Ergebnis einer differenzierten Analyse mehrerer Faktoren:
In der ästhetischen Brustchirurgie hat sich die Dual-Plane-Technik in den letzten Jahren deutlich durchgesetzt. Der Grund liegt in ihrer Vielseitigkeit: Sie verbindet die natürliche Optik der muskulären Abdeckung mit der formgebenden Freiheit der subglandulären Lage – und sie lässt sich an unterschiedliche anatomische Voraussetzungen anpassen.
Tebbetts hat verschiedene Untertypen beschrieben (Dual-Plane I bis III), die sich darin unterscheiden, wie weit der Muskel im unteren Bereich gelöst wird. Bei einer Brust mit fester Drüse und straffer Haut reicht eine konservative Variante. Bei einer Brust mit beginnender Ptose oder lockerem Gewebe wird mehr Muskel gelöst, damit sich das Implantat im unteren Pol gut entfalten kann.
Diese individuelle Anpassbarkeit ist es, die die Dual-Plane-Technik zur ersten Wahl macht, wenn anatomische Faktoren komplex sind.

Die Entscheidung über die Implantatlage treffen wir nie isoliert, sondern immer im Kontext der individuellen Anatomie, der Wünsche der Patientin und ihrer Lebensumstände. Mit der Erfahrung aus über 5.000 Brustoperationen und der täglichen Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Ausgangssituationen können wir sehr differenziert beurteilen, welche Lage zu welchem Befund passt.
In der überwiegenden Mehrzahl unserer Fälle entscheiden wir uns für eine Dual-Plane-Positionierung, weil sie ein hohes Maß an Natürlichkeit mit Stabilität verbindet. Bei sehr sportlichen Patientinnen oder bei ausgeprägtem Eigengewebe ziehen wir aber auch eine subglanduläre Lage in Betracht – immer auf Basis der präoperativen klinischen Untersuchung und einer ehrlichen Beratung.
Die Wahl der Implantatlage ist eine der entscheidendsten Weichenstellungen einer Brustvergrößerung. Sie beeinflusst nicht nur das ästhetische Ergebnis, sondern auch das Tastgefühl, das Verhalten der Brust bei Bewegung und die Optionen für die Zukunft. Subglandulär, submuskulär oder Dual-Plane – die richtige Antwort lautet immer: kommt darauf an. Auf die Anatomie, auf das Eigengewebe, auf die Lebenssituation und auf die persönlichen Wünsche.
In unserer Praxis nehmen wir uns die Zeit, all diese Faktoren mit Ihnen in Ruhe zu besprechen – damit am Ende eine Entscheidung steht, die nicht nur kurzfristig schön, sondern langfristig richtig ist.
Die Augmentationsmastopexie zählt zu den technisch anspruchsvollsten Eingriffen der ästhetischen Brustchirurgie. Sie verlangt operative Routine, ein klares räumliches Verständnis der Brustanatomie und Erfahrung in der Beherrschung von Komplikationen.
Mit über 5.000 erfolgreich durchgeführten Brustoperationen gehört dieser Eingriff zum festen Repertoire unserer Praxis. Wir nehmen uns für die Planung bewusst Zeit – mit ausführlichen Voruntersuchungen, 3D-Simulation (Crisalix®) und einer ehrlichen Einschätzung, was im Einzelfall sinnvoll und sicher ist.
Für Patientinnen, die unter einem kombinierten Befund aus Volumenverlust und Erschlaffung leiden, ist die Augmentationsmastopexie oft der einzige Weg zu einer harmonischen Brustform – wenn sie in erfahrenen Händen durchgeführt wird.
Ob Veränderung, Korrektur oder Neuanfang – wir nehmen uns Zeit für Sie. In einem persönlichen Gespräch klären wir gemeinsam, was möglich ist und was wirklich zu Ihnen passt. Einfühlsam, ehrlich und auf Augenhöhe. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin in unserer Praxis in Hannover.