15.04.2026


Priv.-Doz. Dr. med. Anne Limbourg
Fachärztin für Plastische & Ästhetische Chirurgie
Das Facelift gilt als der Goldstandard in der ästhetischen Gesichtschirurgie, um die Zeichen der Zeit effektiv und nachhaltig zu korrigieren. Doch nicht jede Technik führt zum gleichen Ergebnis. In der modernen plastischen Chirurgie haben sich zwei Hauptverfahren etabliert: Das klassische SMAS-Facelift und das fortgeschrittene Deep-Plane-Facelift.
Die Wahl der richtigen Methode ist keine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern eine Entscheidung, die auf fundiertem anatomischem Wissen und einer präzisen Analyse der Gewebestrukturen basiert. Für Patientinnen und Patienten, die ein natürlich wirkendes, langfristiges Ergebnis anstreben, ist das Verständnis der biomechanischen Unterschiede essenziell.
Dieser Artikel bietet eine detaillierte Analyse der anatomischen Ebenen und erklärt, warum die Schnittführung und Präparationstiefe entscheidend für die Haltbarkeit, Natürlichkeit und Sicherheit des Eingriffs sind.
Um die Unterschiede zwischen SMAS– und Deep-Plane-Facelift zu verstehen, ist ein Blick unter die Hautoberfläche notwendig. Das Gesicht altert nicht nur durch Faltenbildung der Haut, sondern durch strukturelle Veränderungen in tieferliegenden Schichten.
Das SMAS ist eine bindegewebige Struktur, die die mimische Muskulatur mit der Haut verbindet. Es fungiert als Trägerschicht für das Weichgewebe des Gesichts. Mit zunehmendem Alter verliert dieses System an Elastizität und sinkt der Schwerkraft folgend ab, was zu den typischen Merkmalen des Alterns führt: Hängebäckchen, vertiefte Nasolabialfalten und Konturverlust am Kiefer.
Ein oft unterschätzter Faktor sind die sogenannten Retaining Ligaments. Diese festen Bandstrukturen verankern die Haut und das SMAS am darunterliegenden Knochen oder der tiefen Faszie.
Im Alterungsprozess werden diese Bänder zur „Bremse“. Während das Weichgewebe absackt, halten die Bänder es punktuell fest, was zu tiefen Einkerbungen und Falten führt. Ein effektives Facelift muss diese Bänder lösen, um das Gewebe spannungsfrei repositionieren zu können.
Der Nervus facialis (Gesichtsnerv) verläuft tief unter dem SMAS und steuert die Mimik. Die Präparation in der Nähe dieses Nervs erfordert höchste chirurgische Präzision und anatomische Kenntnis, um Verletzungen sicher auszuschließen.

Beim herkömmlichen SMAS-Facelift (oft auch als SMAS-Plikation oder SMAS-Ektomie bezeichnet) wird die Haut vom darunterliegenden SMAS-Gewebe getrennt. Anschließend wird das SMAS entweder gefaltet (plikiert) oder ein Teil davon entfernt, um das Gewebe zu straffen.
Da die Retaining Ligaments bei dieser Methode oft nicht oder nur unzureichend gelöst werden, ist die Mobilität des Gewebes eingeschränkt. Die Straffung erfolgt häufig unter einer gewissen Spannung, was zu einem „gezogenen“ Aussehen führen kann. Zudem wirkt die Korrektur primär im seitlichen Gesichtsbereich, hat aber oft nur begrenzten Einfluss auf die tiefen Nasolabialfalten im Mittelgesicht.

Das Deep-Plane-Facelift geht einen entscheidenden Schritt weiter. Anstatt Haut und SMAS getrennt zu behandeln, präpariert die Chirurgin unter dem SMAS. Dies ist die namensgebende „tiefe Ebene“ (Deep Plane).
Beide Verfahren sind in den Händen erfahrener Fachärztinnen sicher, unterscheiden sich jedoch im anatomischen Anspruch.
Die Entscheidung für eine Technik hängt von der individuellen Anatomie und dem Alterungsgrad ab.
SMAS-Facelift ist oft indiziert bei:
Deep-Plane-Facelift ist die Methode der Wahl bei:
Der Vergleich zeigt deutlich: Das Deep-Plane-Facelift ist anatomisch und funktionell das überlegene Verfahren für umfassende Gesichtsverjüngungen, insbesondere wenn das Mittelgesicht betroffen ist. Es korrigiert die Ursache der Alterung (Absinken der tiefen Strukturen und Fixierung durch Bänder) statt nur die Symptome (Hautüberschuss).
Dennoch erfordert es ein deutlich höheres Maß an technischem Können und Erfahrung. Gerne beraten Sie unsere spezialisierten Fachärztinnen für Plastische und Ästhetische Chirurgie ausführlich, um eine individuell passende Strategie für Sie zu definieren.
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