24.05.2026


Priv.-Doz. Dr. med. Anne Limbourg
Fachärztin für Plastische & Ästhetische Chirurgie
Die Sorge vor sichtbaren Narben ist eine der größten Hemmschwellen für Patientinnen, die über ein Facelift nachdenken. Ein herausragendes Ergebnis zeichnet sich jedoch nicht nur durch eine effektive Verjüngung aus, sondern auch dadurch, dass der Eingriff selbst unsichtbar bleibt. Modernes Narbenmanagement beginnt nicht erst nach der Operation, sondern bereits bei der minutiösen Planung der Schnittführung.
Die Kunst der plastischen Chirurgie besteht darin, Inzisionen so zu platzieren, dass sie nach der Abheilung praktisch nicht mehr wahrnehmbar sind. Dieser Artikel erklärt die strategischen Überlegungen hinter der Schnittführung, den Ablauf der Wundheilung und welche evidenzbasierten Nachsorgemethoden zu optimalen, unauffälligen Narben führen.
Die Platzierung der Schnitte ist der entscheidende Faktor für das spätere Erscheinungsbild der Narben. Das Ziel ist es, die Inzisionen in natürlichen anatomischen Grenzen und entlang sogenannter Spannungslinien der Haut zu verstecken. Eine individuell angepasste Schnittführung ist daher Standard bei jedem hochwertigen Facelift.
Der Schnitt vor dem Ohr (präaurikulär) ist der sichtbarste Teil der Narbe und erfordert höchste Präzision. Um ein unnatürliches Aussehen zu vermeiden, wird der Schnitt nicht als gerade Linie gesetzt, sondern folgt den komplexen Konturen des Ohrs.
Der Schnitt hinter dem Ohr (retroaurikulär) verläuft unauffällig in der natürlichen Falte zwischen Ohr und Kopfhaut. Von dort aus wird er in den behaarten Bereich des Hinterkopfes verlängert. Auch hier ist die präzise Platzierung entscheidend, um zu verhindern, dass die Haarlinie verschoben wird oder kahle Narbenareale im Haar entstehen.
Die Haut hat natürliche Faltlinien, auch bekannt als Langer-Linien. Werden Schnitte parallel zu diesen Linien gelegt, heilen sie in der Regel schöner und unauffälliger, da sie unter geringerer Spannung stehen. Eine erfahrene Chirurgin berücksichtigt diese biomechanischen Gegebenheiten bei jedem Schnitt. Das oberste Gebot lautet: Das Gewebe muss spannungsfrei repositioniert werden. Die Haut wird am Ende nur locker adaptiert und der Hautüberschuss entfernt. Jeglicher Zug liegt auf dem gestrafften SMAS in der Tiefe, nicht auf der Hautnaht selbst. Dies ist die wichtigste Voraussetzung für eine feine Narbenbildung.

Narbenbildung ist ein biologischer Prozess, der in drei Phasen abläuft. Das Verständnis dieser Phasen hilft, die Nachsorgemaßnahmen zeitlich richtig einzuordnen.

Während die chirurgische Technik das Fundament legt, kann eine gezielte Nachsorge das Endergebnis signifikant verbessern. Wichtig ist, mit den Maßnahmen erst nach vollständigem Wundverschluss (ca. 2-3 Wochen nach OP) zu beginnen.
Die Anwendung von Silikonprodukten (Gele, Pflaster) ist die am besten durch Studien belegte Methode zur Verbesserung der Narbenqualität.
Wenn Narben nach einigen Monaten weiterhin gerötet oder erhaben sind, können Lasertherapien helfen.
Neigt eine Patientin zu überschießender Narbenbildung (hypertrophe Narben oder Keloide), kann die gezielte Injektion von Kortikosteroiden direkt in die Narbe sinnvoll sein.
Ein optimales Narbenergebnis beim Facelift ist das Resultat einer perfekten Symbiose aus chirurgischer Kunst und disziplinierter Nachsorge. Es beginnt mit der Wahl einer erfahrenen Fachärztin, die die Kunst der versteckten Schnittführung und der spannungsfreien Naht beherrscht. Es endet mit der konsequenten Pflege durch die Patientin, die den natürlichen Heilungsprozess über Monate unterstützt. Mit modernen Techniken und der richtigen Pflege müssen sichtbare Narben heute keine Sorge mehr sein, sondern werden zur unauffälligen Signatur eines exzellenten Eingriffs.
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