

Priv.-Doz. Dr. med. Anne Limbourg
Fachärztin für Plastische & Ästhetische Chirurgie
Kaum eine Gesichtspartie verrät Müdigkeit so deutlich wie die Augenpartie. Schwere Oberlider oder Tränensäcke lassen viele Patientinnen und Patienten müder oder älter wirken, als sie sich fühlen – unabhängig von Schlaf oder Tagesform. Kein Wunder, dass die Lidstraffung zu den am häufigsten nachgefragten Eingriffen im Gesicht zählt. Doch nicht jede Veränderung am Auge erfordert gleich eine Operation. Wir ordnen ein, wann eine Lidstraffung sinnvoll ist, wann nicht-operative Verfahren ausreichen und worauf es bei der Entscheidung ankommt.
Am Oberlid ist es meist überschüssige Haut, die sogenannten Schlupflider: Die Haut hängt über die natürliche Lidfalte und lässt den Blick schwer oder müde wirken. Häufig erschwert dies auch das Auftragen von Lidschatten, da die bewegliche Lidfläche kleiner wird. In ausgeprägten Fällen kann überschüssige Haut sogar bis in das obere Gesichtsfeld hineinreichen.
Am Unterlid stehen meist zwei Themen im Vordergrund: vorgewölbtes Fettgewebe, das sich als Tränensäcke zeigt, und eine nachlassende Hautspannkraft. Häufig kommt eine dunkle Verschattung im Übergang zur Wange hinzu – ein Thema, das eng mit unserer Behandlung von Augenringen und Augenfalten zusammenhängt.

Nicht-operative Verfahren haben ihren berechtigten Platz, aber auch klare Grenzen. Botox kann feine Krähenfüße und Lachfältchen am äußeren Augenwinkel mildern, wirkt jedoch nicht gegen überschüssige Haut oder vorgewölbtes Fettgewebe. Hyaluronsäure kann eine eingesunkene Tränenrinne unter dem Auge auffüllen und so Schatten reduzieren – sie ersetzt aber keine Straffung von Haut, die durch Elastizitätsverlust erschlafft ist.
Die Faustregel: Handelt es sich um reinen Volumenverlust oder feine Fältchen, sind minimalinvasive Verfahren wie Botox oder Hyaluronsäure häufig ausreichend. Liegt dagegen strukturell überschüssige Haut oder vorgewölbtes Fettgewebe vor, lässt sich dies auf Dauer nur operativ korrigieren.
Wenn überschüssige Oberlidhaut so ausgeprägt ist, dass sie das obere Gesichtsfeld sichtbar einschränkt, handelt es sich nicht mehr um eine rein ästhetische Angelegenheit. Eine augenärztliche Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) kann eine solche Einschränkung objektiv nachweisen. In diesem Fall kann eine anteilige Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse infrage kommen – die konkrete Voraussetzung und der Umfang werden im Einzelfall von der jeweiligen Kasse geprüft. Wir unterstützen Sie gerne mit der notwendigen medizinischen Einschätzung.
Bei der Oberlidstraffung erfolgt der Schnitt entlang der natürlichen Lidfalte, sodass die spätere Narbe im Alltag kaum sichtbar ist. Überschüssige Haut und bei Bedarf auch etwas Muskel- oder Fettgewebe werden entfernt, die Lidfalte wird neu definiert.
Bei der Unterlidstraffung richtet sich die Technik nach dem Befund: Liegt vor allem vorgewölbtes Fettgewebe ohne nennenswerten Hautüberschuss vor, kann ein transkonjunktivaler Zugang von der Innenseite des Lids ausreichen – ohne äußerlich sichtbare Narbe. Bei zusätzlichem Hautüberschuss erfolgt der Zugang von außen, direkt unterhalb der Wimpernreihe, kombiniert mit einer Straffung der Haut.

Nach der Operation ist mit Schwellungen und Blutergüssen zu rechnen, die in der Regel über ein bis zwei Wochen deutlich zurückgehen. Fäden werden meist nach fünf bis sieben Tagen entfernt. Viele Patientinnen und Patienten fühlen sich nach etwa zehn bis vierzehn Tagen wieder gesellschaftsfähig, gegebenenfalls unterstützt durch leichtes Camouflage-Make-up oder eine Sonnenbrille. Das endgültige Ergebnis zeigt sich, sobald die letzten feinen Schwellungen nach einigen Wochen bis Monaten vollständig abgeklungen sind.
Eine Lidstraffung lässt sich bei entsprechender Indikation mit weiteren Verfahren kombinieren:
• Facelift: wenn zusätzlich die untere Gesichtshälfte oder der Hals an Spannkraft verloren hat.
• Eigenfett-Transfer: um eingesunkene Bereiche rund um die Augen zusätzlich mit Volumen aufzufüllen.
• Botox: ergänzend gegen Krähenfüße, die durch die Lidstraffung selbst nicht beeinflusst werden.
Ob eine Kombination sinnvoll ist, klären wir erst nach eingehender Untersuchung Ihrer individuellen Ausgangssituation.
Ob Veränderung, Korrektur oder Neuanfang – wir nehmen uns Zeit für Sie. In einem persönlichen Gespräch klären wir gemeinsam, was möglich ist und was wirklich zu Ihnen passt. Einfühlsam, ehrlich und auf Augenhöhe. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin in unserer Praxis in Hannover.