02.10.2026


Dr. med. Kerstin Zindel
Fachärztin für Plastische & Ästhetische Chirurgie
Sicherheitsbedenken sind der häufigste Grund für Zurückhaltung vor einer Brustvergrößerung. Die kurze Antwort: Brustimplantate können gute Ergebnisse ermöglichen, sind jedoch mit kurz- und langfristigen Risiken verbunden. Dazu zählen unter anderem Kapselfibrose, Ruptur und das seltene BIA-ALCL. Entscheidend für die tatsächliche Sicherheit sind vor allem die Erfahrung der Operateurin, die Implantatwahl und eine konsequente Nachsorge.
BIA-ALCL (Breast Implant-Associated Anaplastic Large Cell Lymphoma) ist eine seltene Form eines Lymphoms, das im Zusammenhang mit bestimmten, überwiegend stark texturierten Implantatoberflächen beobachtet wurde. Es handelt sich nicht um Brustkrebs, sondern um eine Erkrankung des Immunsystems in der Implantatkapsel.
BIA-ALCL ist eine seltene, mit bestimmten texturierten Implantatoberflächen assoziierte Erkrankung des Immunsystems – kein Brustkrebs – deren Behandlung und Prognose von einer frühzeitigen Diagnose abhängen.
Weiterführende Patienteninformationen bietet die Deutsche Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie zu BIA-ALCL.
Unter dem Begriff „Breast Implant Illness“ (BII) fassen Patientinnen ein Spektrum unspezifischer Symptome wie Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder Konzentrationsprobleme zusammen, die sie in Zusammenhang mit ihren Implantaten bringen. Die wissenschaftliche Studienlage konnte bislang keinen eindeutigen kausalen Zusammenhang zwischen Implantaten und diesem Symptomkomplex belegen, nimmt die Beschwerden der betroffenen Frauen aber ernst und beobachtet das Thema in laufender Forschung weiter.
Die Kapselfibrose – eine übermäßige Verhärtung des Narbengewebes um das Implantat – ist die mit Abstand häufigste implantatbedingte Komplikation. Sie kann Monate bis Jahre nach der Operation auftreten und in ausgeprägten Fällen eine operative Kapselentfernung oder einen Implantatwechsel erforderlich machen. Eine ausführliche Einordnung dazu folgt im geplanten Beitrag zur Kapselfibrose.

In Deutschland und der EU unterliegen Brustimplantate strengen Zulassungs- und Zertifizierungsanforderungen. Jede Patientin erhält einen Implantatpass mit Herstellerangaben, Modell und Chargennummer, der bei Rückrufen oder Sicherheitsupdates eine schnelle Identifikation ermöglicht. Implantatregister erfassen zusätzlich langfristige Verlaufsdaten zur Sicherheitsbewertung.
Die Erfahrung der Operateurin, die Planung der Implantatlage, die Auswahl des konkreten Produkts und eine passende Nachsorge tragen gemeinsam zur Sicherheit bei. Risiken lassen sich dadurch verringern, aber nicht vollständig ausschließen.
Muss ich mein Implantat nach zehn Jahren austauschen?
Nein, es gibt keine feste Lebensdauer; ein Wechsel richtet sich nach Beschwerden, Tastbefund und Bildgebung, nicht nach einem starren Zeitintervall.
Wie hoch ist das Risiko für BIA-ALCL wirklich?
Es gilt insgesamt als sehr gering und ist stärker mit bestimmten texturierten Oberflächen assoziiert; die genaue Häufigkeit wird in aktuellen Studien weiter untersucht.
Ist Breast Implant Illness wissenschaftlich anerkannt?
Es gibt bislang keinen eindeutig belegten kausalen Zusammenhang zwischen Implantaten und dem berichteten Symptomkomplex; die Beschwerden werden dennoch ernst genommen und weiter erforscht.
Wie oft sollte ich mein Implantat kontrollieren lassen?
Das hängt vom Implantattyp und individuellem Befund ab und wird im Rahmen der Nachsorge individuell festgelegt.
Was mache ich, wenn ich eine Veränderung an meiner Brust bemerke?
Jede neue Schwellung, Verhärtung oder Formveränderung sollte zeitnah fachärztlich abgeklärt werden, unabhängig davon, wie lange die Operation zurückliegt.
Whether you’re looking for a change, a correction, or a fresh start—we’ll take the time to listen to you. During a one-on-one consultation, we’ll work together to determine what’s possible and what’s truly right for you. We’ll approach this with empathy, honesty, and as equals. Schedule your consultation today at our practice in Hanover.