10.10.2026


Priv.-Doz. Dr. med. Anne Limbourg
Fachärztin für Plastische & Ästhetische Chirurgie
Bei einer Revisionsrhinoplastik fehlt nach der Voroperation häufig genau das Material, das für eine stabile Korrektur benötigt wird. Je nach Verfügbarkeit kommen dann Knorpeltransplantate aus dem Nasenseptum, dem Ohr (Concha) oder der Rippe zum Einsatz – jedes mit eigenen Eigenschaften, Entnahmeorten und Einsatzgebieten.
Revisionsrhinoplastiken erfordern häufig zusätzliches Knorpelmaterial, weil frühere Eingriffe zu viel Struktur entfernt oder das verbliebene Gerüst instabil hinterlassen haben.
Der Nasenscheidewandknorpel gilt als bevorzugtes Spendermaterial, da er in Konsistenz und Form dem ursprünglichen Nasengerüst am nächsten kommt und ohne zusätzliche äußere Narbe entnommen werden kann. Nach einer Voroperation ist dieses Material jedoch häufig bereits verwendet oder in seiner Menge stark reduziert.
Ohrknorpel aus der Concha (Ohrmuschel) ist weicher und flexibler als Septumknorpel und eignet sich besonders für Bereiche, die eine natürliche Rundung erfordern, etwa an der Nasenspitze. Die Entnahme erfolgt über einen kleinen, unauffälligen Schnitt an der Rückseite des Ohrs, ohne die äußere Ohrform sichtbar zu verändern.

Rippenknorpel bietet die größte verfügbare Menge und die höchste strukturelle Stabilität, weshalb er vor allem bei ausgeprägtem Materialmangel oder für tragende Stützstrukturen eingesetzt wird. Er birgt jedoch ein sogenanntes Warping-Risiko: eine leichte Tendenz des Knorpels, sich im Verlauf der Einheilung zu verbiegen, dem durch spezielle Bearbeitungstechniken entgegengewirkt wird. Die Entnahme erfolgt über einen kleinen Schnitt am Rippenbogen und hinterlässt dort eine kleine, meist unauffällige Narbe.
In bestimmten Fällen, etwa bei sehr begrenztem körpereigenem Material, kann konservierter (homologer) Spenderknorpel eine Option sein. Diese Entscheidung wird individuell und in Abhängigkeit von Verfügbarkeit und OP-Planung getroffen.
Revisionsoperationen sind technisch anspruchsvoller als Ersteingriffe: Vernarbtes Gewebe lässt sich schwerer präparieren, die Durchblutungssituation ist oft verändert, und die OP-Zeit ist in der Regel länger. Realistische Erwartungen sind daher besonders wichtig – Ziel ist eine Verbesserung der bestehenden Situation, kein perfektes Ergebnis.
Warum reicht Septumknorpel bei einer Revision oft nicht aus?
Weil er bei der Voroperation häufig bereits teilweise oder vollständig verwendet wurde und nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung steht.
Ist die Entnahme von Rippenknorpel schmerzhaft?
Die Entnahmestelle kann in den ersten Tagen nach der OP druckempfindlich sein, die Beschwerden klingen aber in der Regel innerhalb weniger Wochen ab.
Sieht man die Narbe nach einer Ohrknorpelentnahme?
Nein, der Schnitt liegt an der Rückseite des Ohrs und ist im Alltag praktisch nicht sichtbar.
Was ist das Warping-Risiko bei Rippenknorpel?
Eine leichte Tendenz des Knorpels, sich während der Einheilung zu verbiegen; moderne Bearbeitungstechniken reduzieren dieses Risiko deutlich.
Wie lange dauert die Erholung nach einer Revisionsrhinoplastik?
In der Regel länger als nach einem Ersteingriff, da mehr Gewebe bearbeitet wird und die Planung komplexer ist – eine individuelle Einschätzung erfolgt im Beratungsgespräch.
Ob Veränderung, Korrektur oder Neuanfang – wir nehmen uns Zeit für Sie. In einem persönlichen Gespräch klären wir gemeinsam, was möglich ist und was wirklich zu Ihnen passt. Einfühlsam, ehrlich und auf Augenhöhe. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin in unserer Praxis in Hannover.