25.06.2026


Priv.-Doz. Dr. med. Anne Limbourg
Fachärztin für Plastische & Ästhetische Chirurgie
Breite Nasenflügel oder weit geöffnete Nasenlöcher prägen den unteren Bereich der Nase oft stärker, als viele zunächst annehmen. Wer mit diesem Aspekt seines Gesichts unzufrieden ist, denkt häufig zuerst an eine vollständige Nasen-OP. In manchen Fällen reicht jedoch ein deutlich kleinerer Eingriff: die Nasenflügelverkleinerung, in der Fachsprache Alarplastik genannt.
Wir erklären in diesem Beitrag, wann dieser Eingriff sinnvoll ist, wie er chirurgisch abläuft – und welche Grenzen dabei zu beachten sind.
Bei der Alarplastik (von lateinisch *ala nasi* = Nasenflügel) wird gezielt der Bereich der Nasenflügel oder der Nasenflügelbasis verändert. Ziel ist es, die Breite der Nase im unteren Bereich, die Größe der Nasenlöcher (Nares) oder die Form der Nasenflügelansätze zu harmonisieren.
Anders als bei einer vollständigen Rhinoplastik betrifft die Alarplastik nur das untere Nasendrittel. Sie kann isoliert durchgeführt werden – häufig wird sie aber im Rahmen einer umfassenden Nasenkorrektur als ergänzender Schritt integriert.
Die Nasenflügel werden anatomisch von mehreren Strukturen geformt:
Die Beurteilung erfolgt typischerweise nach drei Kriterien: Breite der Nase auf Höhe der Flügelbasis (Inter-Alar-Distanz), Form der Nasenlöcher und Symmetrie zwischen rechter und linker Seite.

In unseren Beratungsgesprächen begegnen uns drei wiederkehrende Befunde:
Breite Nasenflügel (Wide Alar Base)
Die Nasenflügel stehen weiter auseinander als die Augeninnenwinkel – ein Verhältnis, das in vielen Lehrbüchern als ästhetisches Referenzmaß genannt wird. Auf Frontalaufnahmen wirkt die Nase im unteren Drittel breiter als das übrige Profil hergibt.
Weite oder hochstehende Nasenlöcher
Die Nasenlöcher dominieren die Nase aus der Untersicht (Basis-View). Häufig sind sie nicht nur weit, sondern auch ungünstig geformt – rundlich statt tropfenförmig, oder stark nach oben offen.
Asymmetrische Nasenflügel
Eine Seite ist breiter, höher oder anders geformt als die andere. Solche Asymmetrien sind häufig konstitutionell, können aber auch nach Trauma oder Voroperationen auftreten.
Eine isolierte Nasenflügelverkleinerung ist sinnvoll, wenn der einzige relevante Befund tatsächlich im Bereich der Nasenflügelbasis liegt – und die übrige Nase harmonisch wirkt.
Sie ist dagegen nur ein Teilschritt, wenn:
Das ehrliche Beratungsgespräch in unserer Praxis dient genau diesem Zweck: zu klären, ob eine isolierte Alarplastik den gewünschten ästhetischen Effekt erzielen wird – oder ob es sinnvoller ist, sie in einen umfassenderen Eingriff zu integrieren.
Je nach Befund kommen unterschiedliche chirurgische Ansätze zur Anwendung. Die zwei klassischen Techniken sind die Weir- und die Sill-Exzision.
Weir-Exzision
Die klassische Methode zur Verschmälerung des Nasenflügels. Ein keilförmiger Hautstreifen wird im Übergangsbereich zwischen Nasenflügel und Wange entnommen. Das verkleinert die Nasenflügelbasis und schmälert die Nase optisch im unteren Drittel.
Sill-Exzision
Hier wird die Exzision im Bereich des **Nostril-Sill** vorgenommen – also der Schwelle am Boden des Nasenlochs. Das reduziert die Größe der Nasenöffnung selbst, ohne die äußere Flügelbasis stark zu verändern. Diese Technik eignet sich besonders dann, wenn die Nasenlöcher selbst zu weit erscheinen.
Kombinierte Verfahren
Viele Befunde profitieren von einer Kombination beider Techniken. Auch nicht-resektive Verfahren – etwa die alar cinch suture, eine Naht zur Verschmälerung der Basis ohne Hautentnahme – kommen in spezifischen Fällen zum Einsatz.
Die Wahl der Technik orientiert sich am individuellen Befund, am gewünschten Ergebnis und an der Hautqualität. In unserer Praxis in Hannover nutzen wir die Crisalix®-3D-Simulation, um vor der OP gemeinsam mit der Patientin die Zielform realistisch zu visualisieren.
Bei jeder resektiven Alarplastik bleibt eine kleine Narbe – das lässt sich technisch nicht umgehen. Entscheidend ist die exakte Schnittführung.
Die Narbe verläuft in der natürlichen Falte zwischen Nasenflügel und Wange (Alar-facial-Sulcus) und ist nach Abschluss der Heilung in der Regel nahezu unsichtbar. Voraussetzungen für ein gutes ästhetisches Ergebnis sind:
Die endgültige Narbenqualität zeigt sich nach 12 bis 18 Monaten – bis dahin wirken die Narben oft noch leicht rötlich oder hell.

Ein häufig unterschätztes Thema ist die Auswirkung der Alarplastik auf die Atmung. Wer die Nasenlöcher zu stark verkleinert, riskiert eine Reduktion des Luftstroms – insbesondere bei körperlicher Belastung.
Eine professionelle Alarplastik berücksichtigt deshalb nicht nur ästhetische, sondern auch funktionelle Aspekte. Die innere Nasenklappe – die engste Stelle der Nasenatmung – darf durch den Eingriff nicht zusätzlich verengt werden. In manchen Fällen ist es sinnvoll, die innere Klappe stabilisierend zu unterstützen, wenn gleichzeitig eine ausgeprägte äußere Korrektur vorgenommen wird.
Eine Alarplastik kann sehr feine, aber bedeutsame Veränderungen erzielen. Wer eine dramatisch andere Nase erwartet, wird mit diesem isolierten Eingriff nicht zufrieden sein. Wer dagegen sehr gezielt die Breite, Symmetrie oder die Nasenlöcher anpassen möchte, kann von der Alarplastik enorm profitieren.
In der Beratung legen wir Wert auf eine ehrliche Einschätzung: Welche Veränderung ist anatomisch realistisch? Welche Auswirkung hat der Eingriff auf die Gesamtproportionen? Was wäre durch zusätzliche Maßnahmen (Spitzenkorrektur, Höckerkorrektur) möglich?
Eine isolierte Nasenflügelverkleinerung ist deutlich weniger invasiv als eine vollständige Rhinoplastik:
Die Nasenflügelverkleinerung ist ein kleiner, aber wirkungsvoller Eingriff – wenn die Indikation stimmt. Sie kann die Proportionen einer Nase im unteren Drittel deutlich harmonisieren, ohne dass eine umfassende Rhinoplastik notwendig wird. Voraussetzung ist allerdings, dass der Befund auch wirklich isoliert in diesem Bereich liegt. Wo die Spitze, der Nasenrücken oder andere Strukturen mitbetroffen sind, gehört die Alarplastik in einen umfassenderen OP-Plan.
In unserer Praxis in Hannover bieten wir das gesamte Spektrum der ästhetischen Nasenchirurgie an – von der diskreten Alarplastik bis zur komplexen Revisionsrhinoplastik. Was uns dabei wichtig ist: eine ehrliche Beratung, eine realistische Zielsetzung und ein Ergebnis, das sich harmonisch in Ihr Gesicht einfügt.
Ob Veränderung, Korrektur oder Neuanfang – wir nehmen uns Zeit für Sie. In einem persönlichen Gespräch klären wir gemeinsam, was möglich ist und was wirklich zu Ihnen passt. Einfühlsam, ehrlich und auf Augenhöhe. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin in unserer Praxis in Hannover.